Abermals NS-verherrlichendes Konzert in Leipzig

Black Metal Howling Festival in Leipzig

Während im Felsenkeller noch ausgetüftelt wird, wie man in Zukunft rechte Neofolk-Konzerte veranstalten kann, aber ohne rechtes Publikum, liefert das Hellraiser (1) die nächste verherrlichende Musikveranstaltung des Nationalsozialismus in Leipzig. Dort findet morgen zum zweiten Mal das „Black Metal Howling“-Festival statt.

Wie schon vergangenes Jahr ist auch diesmal „Nargaroth“ als Headliner angekündigt. Das aus Sachsen kommende „Extreme Metal“-Projekt um René Wagner steht seit Jahren in der Kritik, vor allem aufgrund rassistischer und NS-verherrlichender Aussagen. (2) Keine Überraschung, dass die Band mehrere Platten auf dem für National Socialist Black Metal (NSBM) bekannten Label „No Colours Records“ (Mügeln) released hat. Daneben gibt es diverse Verbindungen ins NSBM-Milieu. Beispielsweise hat der westsächsische Neonazi Tino Mothes („Occulta Mors“) als Gastmusiker mitgewirkt. (3)

Mit „Totenwache“ aus Hamburg steht eine weitere problematische Band auf der Bühne. Diese kommt nicht nur mit Textzeilen daher, wie „Eure Kultur war nichts wert/Darum wurd‘ sie ausradiert/Andere Völker sind uns gleich/Erschaffen wir ein ewiges Reich“, sondern veröffentlichten auch über das NSBM Szene-Label „Purity Through Fire“ aus Wilkau-Haßlau. Zudem gibt es personelle Überschneidungen in andere NSBM-nahe Projekte wie „Asenheim“ und „Mavorim“. 2022 spielte „Totenwache“ auf dem „Steelfest Open Air“, einem der Jahresevents für die extrem rechte Black Metal-Szene. (4)

Dann wäre da noch die norwegische Szene-Band „Taake“. Deren Frontmann hat sich für einen Auftritt schon mal ein großes Hakenkreuz auf die Brust gemalt. (5) Aber vielleicht war es auch nur ein iberisches Symbol. Wer weiß das schon. (6) Auch „Taake“ ist bereits auf dem „Steelfest“ (zuletzt 2025) aufgetreten.

Auch die bayrische Band „Drudensang“ bewegt sich regelmäßig im NSBM-Milieu, siehe Festivalauftritte („Eternal Hate Fest“, „Schwarzmetall über’m Miriquidi“) oder Label-Auswahl („Sturmglanz“).

Egal ob NSBM-offen oder rechter Neofolk, dank solcher Veranstaltungen braucht es keine klassischen Rechtsrockkonzerte, um die menschenverachtende Ideologie auf die Bühne zu bringen. In dem Zuge vielleicht auch erwähnenswert, dass das „Black Metal Howling“ über die Website der Stadt Leipzig beworben wird. (7)


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